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Reiseberichte

Reisebericht von Ulrike

Reisebericht von Ulrike

Aus Turku (Finnland) als Mediengestalterin Bild und Ton bei RajuLive Oy

25.11.2021

Welche Aufgaben wurden Dir in der Abteilung übertragen und entsprachen sie Deinen persönlichen Vorstellungen?

Zu Beginn meines Praktikums wurde ich sehr schnell ins kalte Wasser geworfen. Am ersten Tag sollte ich mich beispielsweise bereits mit verschiedenen Kameramodellen auseinandersetzen und das frisch Erlernte am nächsten Tag gleich in die Tat umsetzen. Die Arbeit bereitete mir sehr viel Freude. Ich hatte tägliche Technik-Challenges zu bewältigen und war nach jedem erfolgreichen Dreh überrascht über meine praktischen Fähigkeiten und die "Learning-by-Doing-Mentalität", die einen sehr viel schneller voranbringt, als ich zunächst annahm. Ich arbeitete viel mit dem Gimbal und verschiedenen Sony-Modellen. Die Drehs beinhalteten zum Teil Imagefilm-Projekte von lokalen Firmen oder die audiovisuelle Bgeleitung von großen Events. Neben der Videoarbeit machte ich auch Fotos von dem Team bei der Arbeit oder von den Events auf denen wir als Medienunternehmen tätig waren. Die Nachbearbeitung des Materials gehörte auch zu meinen täglichen Aufgaben und brachte die nötigen ruhigeren Phasen im Büro mit sich. Prinzipiell unterschied sich die Arbeit in Finnland nicht wesentlich von der Arbeit eines Mediengestalters/einer Mediengestalterin in Deutschland. Da meine Firma in Deutschland allerdings im Film- und TV-Bereich angesiedelt ist, war mein finnischer Betrieb eine willkommene Abwechslung für mich. Zumal er mir aufzeigte, wie professionell ich mittlerweile mit den mir anvertrauten Aufgaben umgehen kann. Insofern habe ich persönlich noch etwas mehr von meinem Praktikum bekommen als erwartet.

Wo hast du gewohnt und wie bist Du mit Deinen Mitbewohnern klar gekommen?

Ich habe in einer 2,5-Zimmer-Wohnung direkt im Zentrum von Turku gewohnt. Die zentrale Lage ermöglichte mir ein schnelles Vorankommen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, insbesondere zur Arbeit und in die Stadt für Einkäufe. Meine Wohnung teilte ich mir mit einer angehenden Tischlerin. Sie war auch im dritten Lehrjahr und wir kam ebenfalls aus Deutschland. Wir verstanden uns sehr gut und haben auch am Wochenende immer mal wieder Ausflüge zusammen unternommen. Meine Arbeit fand allerdings auch am Wochenende statt, weshalb ich nicht jedes volle Wochenende zur freien Verfügung hatte und eher unter der Woche mal einen Tag frei bekam. Das machte gemeinsame Unternehmungen natürlich etwas schwierig, aber da ich meine Arbeit sehr mochte, störte mich das nicht im Wesentlichen.

Wie hast Du Dich durch das Praktikum im Ausland weiterentwickelt?

Ich habe einen enormen Entwicklungssprung für mich persönlich feststellen können. Das liegt zum einen daran, dass mir meine Arbeitsumgebung in Finnland die Chance gab mich auszuprobieren. Zum anderen habe ich mir im Ausland - komischerweise - mehr zugetraut, als das in Deutschland normalerweise der Fall ist. Das Praktikum hat mir folglich noch einmal vor Augen geführt, dass mein "Entwicklungs-Hoch" noch lange nicht erreicht ist, dass da mehr geht und ich zu mehr in der Lage bin. Ein (kleiner) Ausbruch aus der eigenen Komfortzone ist dahingehend sehr wohltuend, insbesondere wenn man - so wie ich - das Gefühl hat(te) in seiner Ausbildung zu stagnieren und im Arbeitstrott festzuhängen.

Highlights

  • Learning by Doing
  • Vielseitige Aufgaben
  • Guter Mix aus "Außendreh" und Büro

 

Downsides

  • Unregelmäßige Arbeitszeiten (Events finden oft Spätabends bis Nachts statt)
  • Arbeit am Wochenende
  • Dreharbeit bedeutet auch körperliche Anstrengung

 

Facts

  • Ich habe vor Ort ca. 300-400 € zusätzlich ausgegeben.
  • Verständigungsprobleme mit den Einheimischen vor Ort: überhaupt nicht
  • Ich würde immer wieder gern noch einmal fahren.