Reiseberichte

Reisebericht von Henrik

Reisebericht von Henrik

Aus Dublin/Leixlip (Irland) als Verwaltungsfachangesteller HWK/IHK bei Higgins and Associates Solicitors

12.02.2020

Welche Aufgaben wurden Dir in der Abteilung übertragen und entsprachen sie Deinen persönlichen Vorstellungen?

Hauptschwerpunkt meiner Tätigkeiten waren allgemeine Büroarbeiten, mit dem Ziel, dass kleine Team zu unterstützen. Diese beinhalteten unter anderem die Korrespondenz (Schreiben von E-Mails und Briefen, Telefonieren), das doch eher repetitive Filing (suchen und updaten von Akten), die Vorbereitung/Aufbereitung von Fällen, um den Kolleginnen das Arbeiten zu erleichtern sowie viele kleine Aufgaben. Nebenbei habe ich auch einiges über das Irische Recht, vor allem in Bezug auf den Hauskauf und -Verkauf (conveyancing) sowie auf Schadensansprüche bei Körperverletzung (personal injury claims) gelernt. Zu helfen, einen Fall für das Gericht vorzubereiten, stellt dabei eines meiner Highlights dar, blieb aber auch eine Seltenheit. Mir war von vornherein klar, fachlich gesehen keine große Hilfe zu sein, weswegen die mir übertragenen Aufgaben meinen Erwartungen entsprachen. Gewünscht hätte ich mir aber oft genauere Anweisungen. Da das Team sehr klein war, konnte nicht immer Zeit für mich gefunden werden. Manchmal musste man sich einfach einen Kaffee kochen und etwas warten. Im Großen und Ganzen war ich jedoch zufrieden, da der Zweck mir Einsicht in die Arbeit eines Solicitors zu geben, gewährt wurde.

Wo hast du gewohnt und wie bist Du mit Deinen Mitbewohnern klar gekommen?

Ich habe bei einer 3-köpfigen Familie in Ballyfermot, einem westlichen Stadtteil Dublins, gelebt. Die Wohnsituation war ganz anders als erwartet, da ich nicht direkt in Ihrem Haus gewohnt habe, sondern in einer kleinen Lodge in Ihrem Hinterhof. Zu der Familie pflegte ich nur selten Kontakt - was durchaus in beider Seiten Einvernehmen geschah - da ich ihr Haus nur betrat, um zu Duschen und zu Abend zu essen. Dadurch kam nie eine familiäre Atmosphäre und die Gastfamilie hat lediglich das mindeste getan, um mir einen angenehmen Aufenthalt zu ermöglichen (ich musste nie Hunger oder frieren, die Wäsche wurde gewaschen etc.). Positiv betrachtet, gab es für mich sehr viel Privatsphäre und Freiheiten, da ich kommen und gehen konnte, wann auch immer ich wollte. Nach einer kurzen Busfahrt ließ sich Dublin von dort aus problemlos erkunden - ich kann den Erwerb einer Leap Visitor Card (unbegrenzte Nutzung des ÖPNV für einen bestimmten Zeitraum) empfehlen.

Wie hast Du Dich durch das Praktikum im Ausland weiterentwickelt?

Die Entwicklung meiner sprachlichen Fähigkeiten standen für mich im Vordergrund und sehr schnell merkte ich, wie ich deutlich an Sicherheit vor allem im verbalen Sprachgebrauch gewann. Aus simplen Sätzen wurden angeregte Diskussionen über Irland und deren sowie unserer Politik usw.. Fachlich gesehen habe ich während meiner Arbeit aufgrund der simpleren Aufgaben nicht viel neues gelernt, jedoch habe ich meine Fähigkeiten, mich an neue Bedingungen anzupassen, stärken können. Ebenso habe ich einen guten Einblick in die Arbeitswelt eines Solicitors (Anwalts) erhalten können, der auf meine Überlegung später eventuell Jura zu studieren, Einfluss nehmen wird. Privat habe ich vor Ort tolle Bekanntschaften machen können.

Highlights

  • Irland generell
  • Die freundlichen Menschen
  • Verbesserung der Sprache
  • Neue Arbeitserfahrung
  • Die Pubs

 

Downsides

  • Verhältnis zur Gastfamilie
  • Dublin ist teuer

 

Facts

  • Ich habe vor Ort ca. 300-400 € zusätzlich ausgegeben.
  • Verständigungsprobleme mit den Einheimischen vor Ort: überhaupt nicht
  • Ich würde immer wieder gern noch einmal fahren.